Foodtruck Meikaii aus Bayreuth

Katrin und Björn lieben es, Gerichte auszuprobieren und schwärmen für wirklich gute Lebensmittel. Mit Meikaii kurven sie durch Franken und bieten vegane Alternativen an. Foto: © Markus Wolf / Craftplaces

Portrait von Markus Wolf

Autor Markus Wolf

Vom Le­bens­mit­tel­che­mi­ker zum Designer. Guter Ge­schmack ist ihm angeboren. „Slow food on fast wheels“ ist das Credo des Food­truck-Experten und In­no­va­ti­ons­ma­na­ger, mit dem er die Branche beschreibt.

Eine KFZ-Meisterin wird vegane Truckerin

Veröffentlicht am 28. Oktober 2015 von Markus Wolf

Der erste vegane Foodtruck Frankens hat recht lang auf sich warten lassen. Ein Grund dafür ist sicherlich die Liebe der Franken zu deftigen Fleischgerichten. Umso überraschender ist es, dass gerade in solch einer Region ein veganer Foodtruck auf einem Street-Food-Markt als erster ausverkauft war. Hut ab!

Logo Meikaii

Logo: © Meikaii

Katrin und Björn Lehnert ist es wichtig, sich mit dem Essen und der Umwelt auseinanderzusetzten und nicht alles als gegeben hinzunehmen. Gerade Tiefkühlkost ist heute mehr das Ergebnis lebensmittelchemischer Innovationen als dass es noch etwas mit den ursprünglichen Zutaten zu tun hat. Die KFZ-Meisterin Katrin bringt beste Voraussetzungen für den Umgang mit der rollenden Küchen mit und so sprach von dieser Seite her nichts dagegen mit einem eigenen Foodtruck zu starten.

Meikaii: Für den Zeitraum liegen keine Tourdaten vor.

Portrait von Markus Wolf

Autor Markus Wolf

Vom Le­bens­mit­tel­che­mi­ker zum Designer. Guter Ge­schmack ist ihm angeboren. „Slow food on fast wheels“ ist das Credo des Food­truck-Experten und In­no­va­ti­ons­ma­na­ger, mit dem er die Branche beschreibt.

Kannst du bitte kurz erzählen was ihr in eurem Foodtruck / Trailer anbietet?

Meikaii veganes Grilled Cheese

Grilled Mac'n Cheese Sandwich – vegetarisch und vegan. Foto: © Markus Wolf / Craftplaces

Die vegane Bewegung, die in den letzten Jahren immer mehr Aufschwung genommen hat, ist vielleicht nicht die ultimative Lösung aber ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Menschen wollen wissen wo Alltagsgerichte und deren Zutaten herkommen, was damit gemacht wird und wie sie verarbeitet werden. Das bezieht sich nicht ausschließlich auf den Fleischkonsum. Wir bieten vegetarische und vegane Gerichte nicht deshalb an, um einem Hype nachzulaufen, auch nicht um alle zum Veganismus zu konvertieren, sondern um den Hungrigen, die Massentierhaltung ablehnen, eine Alternative anzubieten.

Warum habt ihr euch für vegane Gerichte entschieden?

Weil wir es können :-) – Nein im Ernst, weil wir finden, dass es zu wenig Alternativen zu Burgern, Pulled Pork und Konsortien gibt. Wir kochen für alle, die gerne Neues probieren, außerhalb Ihrer Box denken und auf leckeres Essen stehen. Wir kochen und backen das meiste selbst und verzichten auf industriell hergestellte Produkte. Unsere Produkte sind selbstgemacht, frisch und weitestgehend zusatzstofffrei.

Foodtruck Mercedes Sprinter, kurzer Radstand, Typ 221 CDI, Baujahr 2004

Leckeres Sandwich

Es gibt zu wenig Alternativen zu Burgern, Pulled Pork und Konsortien. Foto: © Markus Wolf / Craftplaces

Bietet ihr ein spezielles Produkt an, oder eher eine größere Palette an Gerichten?

In unserem Foodtruck gibt es vegetarische aber vor allem vegane Gerichte. Wir haben kein spezielles Gericht, wir kochen das, wozu wir gerade Lust und worauf wir gerade Hunger haben. Versuchen dann noch saisonale und regionale Produkte weitestgehend mit einzubeziehen und freuen uns jedes Mal über die positiven Reaktionen der Gäste.

Wie seid ihr auf die Idee zu einem Foodtruck gekommen?

Wir kamen auf die Idee zu unserem Foodtruck, weil wir mal etwas anderes machen wollten. Ich (Katrin) war jahrelang als KFZ-Meisterin tätig und habe dadurch einen realistischen Einblick in das, was mit einem Truck alles möglich ist. Wir haben uns überlegt, etwas mit wirklich guten Lebensmitteln auf die Beine zu stellen. Zusätzlich war uns der Kundenkontakt sehr wichtig und wir wollten unterwegs und an der frischen Luft sein. Herausgekommen ist dann unser orangener Foodtruck, mit dem wir genau das umsetzen können, was wir uns gewünscht haben.

Worauf seid ihr besonders stolz?

Eigentlich auf alles. Darauf, den Schritt gewagt zu haben, über uns hinausgewachsen zu sein, so viele neue Erfahrungen gemacht zu haben. Das kann uns keiner mehr nehmen. Gerichte selbst zu kreieren und geiles veganes Essen zuzubereiten, das die Gäste so begeistert.

Portrait Katrin von Meikaii

Katrin Lehnert – KFZ-Meisterin und Foodtruckerin. Foto: © Markus Wolf / Craftplaces

Fahrt ihr mittags oder abends eine Tour?

Ja, wir sind aktuell mittags in Bayreuth unterwegs und alle zwei Wochen findet man uns in Erlangen. Wo genau erfahrt ihr immer aktuell in der Foodtruck App. Dort gibt es dann auch immer die aktuellen Tourdaten.

Wie oft seid ihr auf Street-Food oder Foodtruck- Events?

Wenn es die Zeit erlaubt sind wir auf fast jedem Event und auch auf etlichen Festivals.

Habt ihr einen gastronomischen Hintergrund?

Nein leider nicht, das meiste haben wir uns selbst beigebracht und viel im Internet recherchiert und ausprobiert.

Was waren die größten Hürden?

Wir beide finden, dass die größte Hürde war, sich zu trauen. Seinen Job zu kündigen und wieder bei Null anzufangen. Die Existenzängste sind nicht zu unterschätzen, aber diesen muss man sich stellen, um erfolgreich zu sein; das ist unsere Erfahrung.

Meikaii in Schwabach

Meikaii im Einsatz auf dem ersten Foodtruck RoundUp im Mittelfränkischen Schwabach. Foto: © Markus Wolf / Craftplaces

Könnt ihr autark arbeiten oder benötigt ihr externen Strom?

Wir haben zwar immer Gas, Wasser und einen eigenen Stromerzeuger an Bord, aber freuen uns immer über einen externen Anschluss, der unsere Gerätschaften entlastet und die Arbeit erleichtert.

Was würdet ihr beruflich machen wenn ihr keinen Foodtruck hättet?

Im Moment können wir uns keine andere Beschäftigung vorstellen, es macht einfach zu viel Spaß sich jeden Tag neu zu erfinden.

„Meikaii“ findet ihr auch in der Foodtrucks Deutschland App für euer Smartphone. Die Foodtruck Deutschland App: Welche Foodtrucks sind dabei? Wo finde ich die Trucks? Wer steckt hinter der App-Entwicklung und wo kann ich mich für eure Foodtruck-Liste eintragen?

Dieser Artikel „Warum eine KFZ-Meisterin jetzt Veganes aus einem Truck heraus verkauft“ erschien zuerst bei Nürnberg und so.

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